Ein frohes neues Jahr allen Lesern!
Ich denke, das darf man heute noch sagen; oder doch besser Bon Annees? Denn das habe ich zum Jahreswechsel gefühlte 100 Mal gesagt, war ich doch in den französischen Alpen unterwegs. Das ist dann auch der Grund, warum es mit dem Hinrunden-Fazit dann doch nicht wie versprochen geklappt hat. Und wenn ich jetzt schaue, dass in 5 Tagen schon wieder die Rückrunde startet, muss ich mich echt sputen.
Aber versprochen ist versprochen; hier also mein persönlicher Hinrunden-Rückblick - von A bis Z.
A - wie Aogo: Einer der absoluten Gewinner der Hinrunde, denn er hat keine Bundesliga-Minute verpasst; eine tolle Entwicklung, die hoffentlich irgendwann mit einer Nominierung für die A-Nationalelf nominiert wird; die deutsche natürlich. Außerdem ist Dennis mal für ein Tor fällig.
B - wie Berg: Neben Trochowski und Pitroipa mit Sicherheit der Spieler, über den am meisten diskutiert wird. Mit hohen Erwartungen gekommen, war er anfangs eine Enttäuschung; Beiersdorfer wollte ihn dann ja angeblich auch nicht; dann mit einem Zwischenhoch (Glasgow, Schalke), aber der Durchbruch fehlt noch. Ich traue ihm diesen aber noch zu.
C - wie Champions League: Sollte in dieser Saison unser Ziel sein. Denn wer eine so imposante Hinrunde spielt und trotz der vielen Verletzten noch Vierter ist, sollte sich diesen Ziel setzen dürfen. Auch wenns schwer wird.
D - wie Deutscher Meister: ist wohl nur drin, wenn alles optimal verläuft
E - wie Elia: Die absolute Rakete und eine Bereicherung für die ganze Liga. Der Junge macht Spaß! Hoffentlich bleibt er uns auch über den Sommer hinaus erhalten.
F - wie Finale: Das Finale der Europa League im eigenen Station - noch immer kann davon geträumt werden; und die nächsten Aufgaben in der Europa League sind nicht als unmöglich einzustufen. Fraglicher ist aber, ob der Kader in diesem Jahr einer Doppelbelastung standhalten würde.
G - wie Glasgow: Der Auswärtssieg auf der Insel gehörte meiner Meinung nach zu den entscheidenen Siegen dieser Saison, da er den Grundstein zum Weiterkommen in der Europa League gelegt hat.
H - wie Heimspiel: Eigentlich sind die Heimspiele eine Stärke des HSV; und mit den überzeugenden Siegen gegen Dortmund (!), Köln, Stuttgart und auch Bayern ging die Saison ja auch gut los; doch dann kam der Einbruch mit vier Heimspielen ohne Sieg; das darf einem Spitzenteam dann einfach nicht passieren. Vor allem die Niederlagen gegen Gladbach und Bochum schmerzen noch immer und können am Saisonende wehtun.
I - wie Interimslösung: Die Demission von Dietmar Beiersdorfer kurz vor Saisonbeginn hat den HSV vor eine Personallücke gestellt. Und beim Schließen dieser Personallücke hat sich der Aufsichtsrat nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Also bleibt es zunächst einmal bei der Interimslösung Bruno Labbadia. Der sportliche Erfolg sorgt dabei derzeit für Ruhe; aber im Hinblick auf die neue Saison muss möglichst bald Klarheit herrschen. Mein persönlicher Tipp: Horst Heldt wirds.
J - wie Jerome Boateng: Meiner Meinung nach DER Spieler der Hinrunde, der den größten Schritt von allen gemacht hat. In der Innenverteidigung spielt Jerome Boateng bärenstark und wird auch bei der WM eine wichtige Stütze sein. Leider glaube ich nicht daran, dass wir ihn über den Sommer hinaus halten können.
K - wie Kellerteams: Wie schon so oft tut sich der HSV besonders gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller schwer: Gladbach, Bochum, Hannover. Hier wurden erneut Punkte leichtfertig liegen gelassen. Das liegt zum einen natürlich an der destruktiven Spielweise der Gegner, welche dem HSV gar nicht liegt, zum anderen haben die HSV-Profis aber auch offenbar ein Einstellungsproblem und zeigen nicht immer den Willen, mit dem sie beispielweise die Bayern oder Werder besiegt haben.
L - wie Labbadia: War von vielen zum Amtsantritt kritisch betrachtet worden; doch der tolle Saisonstart und der fantastische Offensivfußball hat die meisten Kritiker dann verstummen lassen; dennoch hat er nicht immer alles korrekt gemacht und teilweise falsch gewechselt (Boateng gegen Gladbach!); positiv: er hat sich nie über die vielen verletzten beklagt; ebenfalls positiv: er gibt den Talenten einen Chance
M - wie Mittelmaß: drohte zwischenzeitlich, denn in der Tabelle ist es arg eng, da keine Mannschaften so souverän sind, das sie dem Rest davon eilen. Mit den abschließenden Siegen gegen Nürnberg und Bremen hat der HSV aber wieder die Kurve bekommen.
N - wie Nordderby: welch toller Hinrundenabschluss und welch Balsam auf die gescholtene Derby-Seele.
O - wie Offensiv-Fußball: Vor allem in den ersten Spielen wurde begeisternder Offensiv-Fußball gezeigt; Labbadia lässt klar nach vorne spielen und das freut natürlich die Zuschauer, dieser HSV macht Spaß. Dennoch sind teilweise zu viele Gegentreffer zugelassen und man ist ins offene Messer gelaufen, wie z.B. gegen Gladbach.
P - wie Pokal-Aus: das durfte nicht passieren, war peinlich und tut weh. Das Pokal-Aus in Osnabrück hat mal wieder gezeigt, wie schnell der HSV zu Überheblichkeit bzw. Unkonzentriertheit neigt, was sich ja auch schon im Erstrunden-Match in Düsseldorf angedeutet hatte. Der kurze Weg ins internationale Geschäft ist damit zu.
Q - wie Querpass: Keine Ahnung, aber ein besseres Wort mit Q fiel mir nicht ein.
R - wie Rincon: Ebenfalls einer der Gewinner der Hinrunde; eigentlich saß er schon wieder im Flieger nach Venezuela, doch dann nutzte er doch noch seine Chance; glaubt man den Trainingsbeobachtern dann ist das hochverdient, denn Rincon hat scheinbar nie aufgesteckt im Training. Vorbildlich.
S - wie Schiris: Glück hatte der HSV mit den Schiedsrichtern in der Hinrunde wahrlich nicht - oder sagen wir mal: einige fragwürdige Situationen waren schon dabei (fehlender Elfmeter gegen Gladbach/Elfmeter in Hannover/Nicht-gegebenes Tor von Mathijsen gegen Bochum/Rot gegen Boateng). Auf der anderen Seite wurden Spieler zu wenig geschützt, sodass es zu Verletzungen kam (Petric, Elia). Angeblich gleicht sich sowas ja während einer Saison aus…
T - wie Trochowski: Über Piotr Trochowski werden wir wohl noch in 100 Jahren diskutieren. Und NEIN, er ist kein van der Vaart-Ersazt. Denn er ist ein ganz anderer Spieltyp, kein Spielmacher, niemand der das Spiel an sich reisst und es lenkt. Aber er ist ein toller Mittelfeldspieler, wenn er Form hat.
Es bleibt festzuhalten: Trochowski war zu Saisonbeginn stark - und hat dann stark nachgelassen, sodass er am Ende auf der Bank gesessen hat. Und diese Leistungsschwankungen machen ihn zur viel diskutierten Person. Und wenn er diese nicht abstellt, wird es auch eng mit der WM im Sommer.
U - wie Unentschieden: Und davon hat der HSV mit sieben einfach zu viele gespielt (die zweitmeisten aller Clubs). Spiele wie gegen Schalke, Hannover oder Mainz hätten mit etwas mehr Cleverness über die Runde gebracht werden müssen. Die vielen Unentschieden sind allerdings in dieser Saison ein ligaweites Problem.
V - wie Verletzungen: Das Verletzungspech in dieser Saison ist nahezu unglaublich. Gar nicht auszumalen, wo der HSV stehen würde, wenn das Team weitgehend von Verletzungen verschont geblieben wäre. Vor allem das Fehlen von Petric und Guerrero - zwischenzeitlich der gefährlichste Sturm der Liga - war bitter.
W - wie Wien: Das Hinspiel in Wien war einer der wenigen, negativen Punkte dieser Hinrunde. Sportlich konnte der HSV zwar trotz der Niederlage die Quali schaffen; für einige Tage hat man sich aber schon ein wenig blamiert.
X - wie ???
Y - wie Youngster: Schön, dass Labbadia den jungen Spielern eine Chance gegeben hat - wobei ihm kaum etwas anderes übrig blieb. Vor allem Torun hat sie genutzt und einen Schritt nach vorne gemacht.
Z - wie Zé Roberto: Viele - auch ich - haben bei seiner Verpflichtung gezweifelt. Doch schnell ließ der große Zé alle Zweifler verstummen und hat überragend das HSV-Spiel angekurbelt. Negativ nur seine eigenmächtig verlängerte Winterpause.