Kulturschock beim HSV Handball

4. März 2010 | Tanner

Vorgestern war ich beim HSV Handball. Zum ersten Mal. Was ich dort erleben durfte, war dann aber ein kleiner Kulturschock für mich, den Fußballfan.

Der HSV Handball ist - soviel zur Erklärung - nicht Teil unseres geliebten Hamburger Sport Vereins. Die Handballer haben nur die Rechte, den Bekanntheitsgrad von Namen und Logo nutzen zu dürfen. Mehr aber auch nicht. Die HSV Handballer spielen aber in der 1. Bundesliga und das sogar sehr erfolgreich, sind sie doch Tabellenführer. Und in der Color Line Arena soll bei den Heimspielen gut was los sein. Also wollte ich mir das auch mal selbst anschauen.

So habe ich mir Tickets für das Spiel gegen den Tabellenachten VfL Gummersbach (keinen Schimmer, wo das liegt?!?!) besorgt: knapp 25 Euro für einen Platz im Oberrang, also ähnlich wie in der HSH Nordbank Arena.

Doch schon mit der Anfahrt Richtung Stellingen begab ich mich in völlig neues Terrain. Die S-Bahn war leer. Die üblichen Berufspendler, sowie ein paar Handballfans sitzen in der S21, aber nahezu jeder Gast kann einen Sitzplatz finden, ganz entspannt. Auch in Stellingen kein großer Ansturm, am Shuttle Imbiss kann man in Ruhe noch eine Bratwurt bestellen. Nur Pommes gibt es scheinbar nicht, wenn Handball ist (dabei spielt doch Pommes sogar beim HSV). Auch der Shuttlebus ist nicht voll und man kann einsteigen, ohne erdrückt zu werden. Alles ganz entspannt.

Angekommen in der Arena, muss man erstmal die Getränkversorgung checken. Der halbe Liter Bier kostet hier 3,90 € - Holla, die Waldfee! Dafür muss man aber nicht anstehen und wird direkt bedient. Noch phantastischer ist natürlich die Toiletten-Situation: 10 freie, saubere Pissoirs warten darauf, dass Mann sich erleichtern muss. Welch Luxus!

Nun aber endlich ins Innere der Halle und die Plätze eingenommen. Diese sind super, mit einem tollen Blick. Und man ist unheimlich nah am Spielfeld. Von diesem Platz aus könnte man das taktische Geschehen bestimmt super analysieren - wenn ich Ahnung vom Handball hätte. Habe ich aber nicht, ich kenne nur den Pommes, weil der so unglaublich groß ist. Und Jansen kenne ich noch, weil den gibts ja bei uns auch. Und natürlich den Torwart Jogi Bitter, wobei ich mich immer wieder frage, wozu man beim Handball zwei Torhüter braucht und diese nach Belieben durchtauscht.

In der Halle ist es vor allem eines - laut! Allerdings grenzwertig laut, an der Grenze zum Plärrigen (kennt ihr dieses Wort oder ist das eine Erfindung meinerseits für Töne, die nicht sauber wiedergegeben werden?). Schlimme Erinnerungen werden wach an die Gelsenkirchener Turnhalle, in der eine ähnlich unangenehme Akkustik herrscht.

Zum Einlaufen der Mannschaften beginnt dann die große Show: Die Halle wird verdunkelt und eingenebelt und es erscheint unter tosendem Gejubel der Zuschauer - eine blaue Fliege (oder ist es eine Mücke?), das HSV-Maskottchen. Welch ein Ereignis! Als nächstes kommen - von einem Spotlight begleitet - die beiden Schiedsrichter auf den Platz und präsentieren sich der Menge - und die Menge jubelt. Skandal, was ist hier denn los? Seit wann werden denn Schiedsrichter bejubelt, das habe ich ja noch nie gesehen und (als Schiri) auch nie erleben dürfen. Doch es wird noch verrückter: Die Gastmannschaft läuft ein und ich stelle mich schonmal auf ein gellendes Pfeifkonzert ein. Doch stattdessen - Überraschung - Jubel! Ja, können die Leute hier denn nichts anderes? Zumindest können sie ihren Jubel noch deutlich steigern, denn jetzt kommt der HSV auf den Platz und es wird richtig laut, dazu ein kleines Feuerwerk. Nett.

Während des Spiels ist die Stimmung überraschend gut. Es gibt eine kleine Gruppe “Ultras” hinterm Tor, die aber mit jeder Menge Trommeln (die Trommler dürfen direkt am Spielfeldrand SITZEN) den Rhytmus vorgibt und die ganze Halle klatscht mit. Das ist zwar nicht gerade besonders kreativ, aber dennoch ein wenig imposant. Gästefans gibt es im Übrigen keinen einzigen.

Tore fallen beim Handball ja im Minutentakt, sodass eigentlich immer etwas los ist und das Publikum gar nicht aufhören kann zu klatschen. Aber irgendwie will mich das ganze nicht mitreissen, vielleicht ist Handball auch nicht mein Sport. Mir fehlen hier auf alle Fälle ein wenig die aufreibenden Momente; es fallen soviele Tore, dass ein Tor auch schon wieder gar nichts Besonderes mehr ist. Und man muss immer wieder zur Anzeigetafel schauen um sich zu vergewissern, wie es eigentlich gerade steht. Dieses besondere Ereignis eines Tores, dieses Emotionsfeuerwerk, diese pure Freude fehlt mir einfach. Denn Tore sind im Fußball einfach noch etwas einmaliges, sie fallen eben nicht am Fließband. Und ein Tor kann teilweise über Sieg oder Niederlage entscheiden und 90 Minuten Fußball völlig auf den Kopf stellen. Natürlich gibt es auch Spiele, die langweilig sind (weil gar keine Tore fallen) und die 60 Minuten Handball sind wirklich schnell umgegangen, aber dieses unglaubliche Torgefühl fehlt einfach. Und vielleicht hat es mich daher nicht mitgerissen.

Das Event an sich war für mich - wie oben mehrfach angedeutet - einfach ein Kulturschock. Hier war alles so anders, so entspannt und locker und so nahezu perfekt organisiert. Teilweise aber so sehr, dass es schon wieder etwas steril wirkt - und damit meine ich nicht nur die Toiletten. Natürlich ist es toll, eine ganz entspannte Anreise zu einem Spiel zu genießen, nicht erdrückt zu werden im Shuttelbus und nicht von sturzbesoffenen Idioten angerülpst zu werden. Aber es fehlt ein wenig das Flair, das besondere Etwas, das Fußball für mich zu einem Kulterlebnis macht. Die Kurve, in der es nach Schweiß und Bier stinkt, in der Jung und Alt gemeinsam zittert und leidet, in der Geschäftsmänner für 90 Minuten die Etikette missachten und die gegnerische Mannschaft verfluchen und der perfekte Moment, der Moment des Torerfolgs.

So verlasse ich die Color-Line-Arena dann nach einem schönen Sport-Abend mit einem ehrfürchtigen Blick in Richtung Volksparkstadion, dass dort ganz ruhig und in einem blauen Schimmer vor uns liegt. Und ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch dort und auf den nächsten perfekten HSV-Moment.

P.S: Am Ende hat der HSV Handball übrigens völlig überraschend verloren und sicher eingeplante Punkte im Meisterschaftsrennen liegen gelassen - zumindest das kam mir dann doch sehr bekannt vor.

Unnötige Niederlage und ein peinliches Publikum

28. Februar 2010 | Tanner

Es war mal wieder ein gewohnt lächerliches Bild in der Münchener Allianz Arena. Die sogenannten Bayernfans begannen bereits in der 70. Minute zu pfeifen. Gegen das eigene Team - beim Spielstand von 0:0. Nur wenige Minuten macht Franck Ribery das 1:0 und auf einmal ist wieder heile Welt in München, das heimische Publikum ist erstmals wirklich zu hören und die Fans feiern Ihren FC Bayern. Schon irgendwie ein lächerlicher Haufen.

Gepfiffen hatten die Zuschauer, da der HSV lange Zeit gut und sicher stand und den Münchener nicht viel einfiel. So hätte der HSV auch einen Punkt mit nach Hause nehmen können. Mehr aber auch nicht, denn nach vorne kam auch vom HSV zu wenig. So war die zweite Hälfte auf beiden Seiten recht chancenarm, die Bayern nutzen quasi ihre einzige Chance in dieser Halbzeit und konnten so - meiner Meinung nach glücklich - gewinnen.

Aus HSV-Sicht kritisch waren eigentlich nur die ersten 15 Minuten, in denen die Abwehr das eine oder andere Mal etwas wackelig stand und dem HSV-Fan schon Angst und Bange wurde. Doch dann fing sich die Mannschaft und stand besser. Boaten hatte Robben die meiste Zeit im Griff und auch Demel machte seine Sache gegen Ribery ordentlich - bis zum Gegentreffer. Auch einige gute HSV-Chancen kamen dabei zustande, doch das war nicht zwingend genug. Außer ein paar Fernschüssen (genialer Versuch von Trochowski!) fiel dem HSV nicht viel nach Vorne ein und Marcus Berg und Mladen Petric waren meist alleine auf weiter Flur. Die wackelige Bayern-Abwehr wurde zu wenig unter Druck gesetzt. Besonders ein Elia hat seine Stärken nach vorne viel zu selten ausgespielt.

Wieso war das so, habe ich mich gefragt? Irgendwie hatte ich das Gefühl, der HSV hat schon im Vorfeld des Spiels nicht wirklich mit einem Sieg gerechnet. Die personellen Engpässe (Jansen, van Nistelrooy, Petric etc.) schienen den Glauben an die eigene Stärke eingeschränkt zu haben; man hatte teilweise das Gefühl der HSV spiele hier auf 0:0. Nicht, dass ich hier falsch verstanden werde: Das hat der HSV sehr gut gemacht, die Mannschaft stand ab der 15. Minute sehr gut, sodass den Bayern nicht viel eingefallen ist und die Zuschauer zu pfeiffen begonnen haben. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass mit einer etwas mutigeren Gangart hier heute sogar ein Sieg drin gewesen sei. Denn unbesiegbar sind diese Bayern nicht. Schade!

Noch trauriger ist, dass sich Frank Rost wahrscheinlich ernsthaft verletzt hat; es bestehe der Verdacht auf Ellenbogenbruch heißt es. Was mit Sicherheit eine lange Pause bedeuten würde und einen herben Rückschlag; nicht nur sportlich, sondern auch für den Mannschaftscharakter. Aber noch besteht ja eine kleine Hoffnung auf eine Entwarnung. Übrigens wurde diskutiert ob Wolfgang Hesl beim Gegentor eine Schuld trifft - ich glaube das nicht, denn der Schuss kam mit einer unglaublichen Wucht. Fragwürdiger war eher das Defensivverhalten von Guy Demel in dieser Situation.

Postitiv aufgefallen ist mir im übrigen erneut Piotr Trochowski, der einer der Aktivposten im HSV-Team war. Schon in Eindhoven gefiel mir Troche gut und in München konnte er diese aufsteigende Tendenz bestätigen. Das war noch weit weg von Spitzenklasse, aber immerhin erwähnenswert. Neben Piotr ist noch Joris Mathijsen als einer der besseren HSVer an diesem Abend zu nennen.

Mit einem Blick auf die Tabelle bedeutet diese Niederlage natürlich, dass der Blick nach unten gehen muss, denn die Verfolger sind uns auf den Fersen. Auch Platz 3 dürfte wohl leider kein Thema mehr werden für den HSV, sodass es Ziel sein muss den Europa League Platz zu verteidigen und gleichzeitig das Finale im eigenen Stadion zu erreichen. Das ist - realistisch betrachtet - wohl das Maximum in dieser Saison. Denn um die Meisterschaft spielen wir nicht mehr mit. Das machen wohl Leverkusen und die Bayern unter sich aus. Dem dämlichen Münchener Publikum ist sie nicht zu wünschen.

Eine wunderschöne Niederlage

26. Februar 2010 | Tanner

Was kann verlieren doch schön sein - im Europacup geht das. Gestern war so ein Spiel. Und dieses Spiel hatte es wirklich in sich, bot alles, was einen spannenden Fußballabend ausmacht: Viele Tore, genauso viele strittige Entscheidungen, Platverweise, Elfmeter und jede menge Emotionen. Und am Ende ist der HSV eine Runde weiter. SO hat ein Fußballabend auszusehen :-)

Am Ende war es super knapp und betrachtet man mal beide Spiele, so ist der HSV auch mit einer gehörigen Portion Glück weitergekommen. Schon im Hinspiel bewahrte Frank Rost sein Team mehrfach vor einem Gegentreffer und auch in Eindhoven sollte er viel zu tun bekommen. Denn zunächst lief ja auch gar nichts beim HSV; die erste Hälfte war einfach nur schwach. Schon das frühe Gegentor nach wenigen Sekunden zeigte eklatante Schwächen auf und auch danach schwamm die Defensive das eine oder andere Mal. Nur Frank Rost zeigte mehrfach seine Klasse. Kurz vorm Pausentee war er dann aber auch machtlos; nach mehrmaligem Betrachten der Zeitlupe komme ich zu dem Fazit, dass er beim abgefäschten Freistoß nichts halten konnte.

Zur Halbzeit hatte ich mich dann ehrlich gesagt schon damit abgefunden, dass der Wettbewerb für uns zu Ende sein dürfte. Denn der Auftritt des HSV in der ersten Hälfte war einfach zu schwach, als dass eine Rest-Hoffnung auf ein Weiterkommen in mir aufkommen dürfte. Doch Gott sei Dank gibt es im Fußball zwei Halbzeiten und diese bieten manchmal völlig unterschiedliche Spielverläufe. Und schon mit dem ersten Angriff der 2.Halbzeit sah alles wieder besser aus, denn durch Petric’s Anschlusstreffer wäre der HSV weiter. Und auf einmal ist die Hoffnung wieder da, so schnell geht das im Fußball.

Übrigens war das 2:1 super vorbereitet von Trochowski, der endlich mal wieder eine wirklich tolle Leistung gezeigt hat; wie er dann beim Strafstoß zum 2:2 (welch Glück, dass der niederländische Verteidiger so blöd ist) cool geblieben ist, war schon aller Ehren Wert. Trochowski hat mit seinem Einsatz auf alle Fälle Lob verdient und er war deutlich auffälliger als beispielsweise ein Elia. Schwach war auf jeden Fall - mal wieder - Guy Demel. Schon beim 1:0 lässt er sich wie ein Jugendspieler überlaufen und auch im weiteren Spielverlauf liefen die gefährlichen Angriffe des PSV über seine Seite. Höhepunkt war natürlich der Platzverweis. Kam es nur mir so vor, oder hat Guy Demel innerhalb von 5 Minuten vergessen, dass er schon verwarnt worden war. Seine Reaktion bei der Gelb-Roten lässt das auf alle Fälle vermuten. Dämlich, einfach nur dämlich war das.

Wo wir auch beim Schiedsrichter sind: ich hatte zwischenzeitig ernsthaft Angst, dass der Schiedsrichter den Überblick verlieren würde oder sich vom aufgebrachten Publikum und den PSV-Spielern beeinflussen lassen würde. Denn nach der roten Karte (die war hart, aber absolut korrekt!) war im Stadion die Hölle los! Bei nahezu jedem Strafraum-Zweikampf forderten die Zuschauer einen Elfmeter; aber der Schiri blieb cool und gab den Elfmeter dann lieber für den HSV. Wobei dieser auch eindeutig war. Auch die Nachspielzeit von 5 Minuten war in dieser Länge in Ordnung, wenn auch nichts für schwache Nerven. So kann man dem SR-Team eigentlich eine gute Leistung attestieren, allerdings waren dann da doch zwei Fehler: Bei einem Handspiel von Aogo hätte es Elfer für die PSV geben müssen (aber diese Fehlentscheidung können wir verkraften ;) ), zudem hätte Engelaar für sein Foul an Petric Rot sehen müssen. Und das hat mich echt geärgert, denn es war nicht das erste Mal, dass ein HSV-Spieler so übel kaputt getreten wird (s. Elia in Mainz). Engelaar konnte den Ball nicht mehr spielen und hätte vom Platz gemusst. Der Einsatz von Petric ist übrigens gefährdet am Sonntag :-(

Ein paar Worte möchte ich dieses Mal auch noch zu Bruno Labbadia verlieren: ich glaube nämlich, dass er dieses Mal einiges falsch gemacht hat. Das soll kein Vorwurf sein, sondern nur eine Analyse. So fand ich die Aufstellung schon verwirrend: Das der Trainer von seinem System abweicht finde ich in so einem wichtigen Spiel schon bedenklich, zumal die Defensivtaktik nur 80 Sekunden gehalten hat (hat denn jemand ernsthaft geglaubt, wir spielen zu Null?). Ich hätte schon gerne einen zweiten Stürmer gesehen, um immer für Gefahr zu sorgen. Denn die Angst vor einem Gegentreffer muss bei den Niederländern groß gewesen sein. Ebenfalls unverständlich ist, warum immer wieder Demel auf rechts spielt und dieses Mal sogar den Vorzug vor Jerome Boateng bekommen hat. Demel ist seit Wochen die Schwachstelle in der Abwehr und hat das gestern auch nachhaltig bewiesen. Spätestens nach seiner Verwarnung hätte Demel sofort vom Platz gemusst, die Gelb-Rote Karte kam nämlich mit Ansage (und wurde von uns auf dem Sofa in dieser Form prophezeit). Noch komischer fand ich dann aber Bruno’s Halbzeitmaßnahme mit der Entscheidung Pitroipa (und nicht Berg) einzuwechseln. Ich kann Pitroipa echt nicht mehr sehen und er hat in den 45 Minuten von Eindhoven wieder genügend Argumente geliefert, warum das so ist: eklatante Abspielfehler, fehlendes Durchsetzungsvermögen und keinerlei taktisches Verständnis! Und seine Stärke die Schnelligkeit spielt er nie aus.

Bei all dieser Kritik möchte ich Labbadia aber auch zu Gute halten, dass er in der Kabine scheinbar die richtigen Worte gefunden hat; denn der HSV hat sich in der 2. Halbzeit ganz anders präsentiert, das war nach dem Wechsel ein sehr guter, eindrucksvoller Auswärtsauftritt, wie wir ihn schon letztes Jahr in Istanbul oder Manchester erleben durften. Und: nie war eine Niederlage schöner, denn der Traum vom Finale im eigenen Stadion lebt weiter!

Veel geluk, HSV!

24. Februar 2010 | Tanner

Endlich steht ein richtiger Europapokal-Abend bevor. Nach dem unspektakulären Auftakt in der Gruppenphase und dem eher mauen Hinspiel gegen Eindhoven, geht es morgen erstmals um alles. Denn der Traum des Finals im eigenen Stadion lebt und der HSV und ganz Hamburg möchte ihn noch lange träumen. Und gerade diese Spiele sind es, die uns Fans doch so sehr Spaß machen. Darauf freut man sich die ganze Woche lang: Das Bier ist kalt gestellt, die Kumpels eingeladen, so das ein möglichst spannender Europacup-Abend losgehen kann. Gerne erinnert man sich an die letztjährigen sensationellen Auftritte in Istanbul oder Manchester zurück.

Sportlich sind die Vorzeichen eigentlich ganz klar: Der HSV muss ein Tor machen in Holland, dann dürfte das Weiterkommen recht sicher sein. Aber das wird ganz schwer, denn die Holländer sind - das haben wir im Hinspiel gesehen - als sehr stark einzuschätzen. Und der HSV kriecht - mal wieder - auf dem Zahnfleisch. So haben Ruud van Nistelrooy und der in den letzten Wochen überragende Marcell Jansen die Reise in die Niederlande gar nicht erst mit angetreten. Und da auch der Einsatz von Dennis Aogo noch unsicher ist, droht der Ausfall der kompletten linken Seite. Hier darf man gespannt sein, wie Bruno Labbadia in diesem Fall reagieren würde.

Ich setze morgen übrigens auf Marcus Berg. Der Schwede kennt sich aus in Holland und hat in Eindhoven schon geknipst. Tut er das morgen auch, bin ich guten Mutes. Mein Tipp: 1:1 (vielleicht auch erst nach Verlängerung). Ein wenig Glück wird vielleicht auch dazu gehören. Also: Veel geluk, HSV!

Langweiliger als Curling

21. Februar 2010 | Tanner

Mein Gott, war das langweilig am Samtag im Volkspark. Da hätte man ja besser olympisches Curling schauen können, das wäre wahrscheinlich spannender gewesen. Denn die Partie gegen Eintracht Frankfurt hatte wirklich nichts zu bieten und endete folgerichtig 0:0: Trostlos, chancenarm, laaaangweilig.

Und dieses 0:0 ist für den HSV, der in die Champions League will, natürlich viel zu wenig. Heimspiele müssen da einfach gewonnen werden, insbesondere gegen so biedere Gegner wie gegen die Eintracht. Diese hatte es nicht schwer gegen diesen HSV am Samstag und man fragte sich mehrfach, wer denn hier eigentlich die Heimmannschaft im Stadion war - und das lag nicht am traditionell lauten Frankfurter Anhang.

Aber irgendwie lief alles schief an diesem Samstag. Schon ein Blick auf die Startaufstellung war ein Rückschlag, denn die erhoffte Roation war nicht möglich: Van Nistelrooy musste leider kurzfristig passen und auch Aogo war nicht fit. So musste Jansen in die Viererkette, sodass die Aussenbahnen mit Trochowski und Torun (statt Jansen und Elia) besetzt werden mussten; und somit mit zwei Spielern, die derzeit im Formloch hängen. Das Spiel über die Außen, eigentlich eine große Stärke des HSV, kam somit nur in Ansätzen zu Stande. Wobei man festhalten muss, dass ein Trochowski noch mit zu den Besten und Aktivsten beim HSV gehörte. Trochowski hatte aber auch nicht die Doppelnbelastung, da er am Donnerstag ja nicht gespielt hat.

Wobei wir beim Brisanzthema wären. Denn man muss einfach festhalten, dass diese Ansetzung mit nur 40 Stunden Pause so nicht geht und der HSV so einen klaren Wettbewerbsnachteil hat. Aber die DFL ist hier - aufgrund der starren TV-Verträge - einfach unflexibel. Das ist schade, denn der Kampf um die Bundesligaspitzenplätze leidet darunter. Hier werden im Endeffekt die Teams, die den deutschen Fußball international vertreten, bestraft. Für die Leistung am Samstag kann das zwar in gewissen Teilen eine Erklärung sein, aber mit Sicherheit keine Entschuldigung. Denn bei einem bin ich mir sicher: Ein FC Bayern hätte 40 Stunden nach einem Europapokalspiel ähnlich schlecht gespielt - aber 1:0 gewonnen. Das ist der Unterschied, der uns noch von einem absoluten Spitzenteam trennt.

40 Stunden später…

19. Februar 2010 | Tanner

Wahnsinn, da ist man gerade erst - mitten in der Nacht! - vom letzten Heimspiel zuhause angekommen, schon steht das nächste Spiel im Volkspark an; Pause: 40 Stunden. Wenn es nicht so fürchterlich kalt gewesen wäre, hätte man auch vorm Stadion zelten können und sich die unbequeme An- und Abreise mit Shuttle und Bahn sparen können. Aus sportlicher Sicht ist die geringe Pause für den HSV natürlich ein klarer Nachteil, immerhin konnte sich die Eintracht seit letztem Wochenende konzentriert auf den Kick beim HSV vorbereiten.

So ist also Rotation gefragt; aber das ist ja dank der etwas angespannteren Personallage beim HSV durchaus möglich. Denn wenn man gestern einmal genauer auf die Bank des HSV geschaut hat, war das faszinierend: Boateng, Trochowski, Zé Roberto, van Nistelrooy. Eine Hammer-Bank, die dort allerdings nur saß, da einige der Erwähnten angeschlagen waren. Nur für Trochowski muss der Vorzug von Robert Tesche eine Schlag ins Gesicht gewesen sein; aber Troche hat einfach zu wenig Leistungen gezeigt in den letzten Wochen. Gegen Frankfurt wird Labbadia dann aber wohl einiges ändern - bzw. muss er es, da ja Jarolim noch gesperrt ist.

Und dann hilft nur eines am Samstag: Zähne zusammenbeißen und kämpfen; für Krämpfe ist anschließend Zeit. Denn die Eintracht muss unbedingt besiegt werden, um sie auf Distanz zu halten. Bei diesem Satz wird mir übrigens innerlich schlecht, da es mir einfach nicht in den Kopf geht, warum die Frankfurter und recht knapp auf den Fersen sind. Das geht doch mal gar nicht; Eintracht Frankfurt ist für mich das Sinnbild der Tristesse und Langeweile im deutschen Fußball. Dazu haben Sie einen Trainer bei dem ich nicht nachvollziehen kann, wieso dieser jemals Bundestrainer war.

Von den Voraussetzungen sollte ein Heimsieg sicher sein; ohne die Pause wird es aber schwierig. Ein schönes Spiel dürfen die Zuschauer wahrscheinlich nicht erwarten. Mein Tipp: 2:0.

Weichenstellung gegen Eindhoven

17. Februar 2010 | Tanner

Es ist schon irgendwie schade: Der HSV spielt morgen in der Europa League, aber es sind gerade Mal 32.000 Tickets verkauft. Dabei ist der Gegner kein Unattraktiver, denn mit dem PSV Eindhoven kommt die derzeitige Top-Mannschaft Hollands nach Hamburg. Wieso also bleiben die Fans fern? Klar, die Anstoßzeit ist mal wieder (für Auswärtige) unmöglich, zudem ist es weiterhin bitter kalt. Da zieht der eine oder andere scheinbar das heimische Sofa (mit zwischenzeitlichem Zappen nach Vancouver) vor. Und: es ist ja nur das Hinspiel.

Aber eben jenes Hinspiel ist schon bedeutend wichtig und der HSV muss im eigenen Stadion die Weichen in Richtung Achtelfinale stellen; ansonsten wird es nächste Woche in Eindhoven sehr, sehr schwer. Dementsprechend muss ein Sieg her und auch eine weiße Weste wäre wünschenswert, damit der Traum vom Finale im eigenen Stadion weiter leben kann.

Diskussionswürdig dürfte mit Sicherheit auch die Aufstellung sein; denn das Match gegen Frankfurt findet schonrund 40 Stunden später statt, sodass eine gewisse Rotation möglich ist; die etwas entspanntere Personallage dürfte das Erlauben. So würde ich meiner Meinung nach im Sturm erneut auf Petric und (Mr. Europacup) Marcus Berg vertrauen und Ruud van Nistelrooy als Joker lassen. Der Niederländer ist dann eher im Bundesligaspiel für mich eine Option für die Startelf. Im Mittelfeld könnte auch einiges passieren, da auch Zé Roberto wieder fit ist; ihn würde ich dann aber ebenfalls gegen die Eintracht bringen anstelle des gelb-gesperrten Jarolim. Eine Pause braucht auf jeden Fall Guy Demel in der Verteidigung, wenn Boateng fit wird, plädiere ich für die Achse Boateng, Rozehnal, Mathijsen, Aogo (wenn denn fit). So oder so werden die beiden Spiele hart und es ist mit Sicherheit unglücklich, dass der HSV so schnell nacheinander spielen muss.

Ein anderes Thema hat sich derweil erledigt: Mit Urs Siegenthaler hat der HSV endlich einen neuen Sportchef gefunden; wobei er sich ja offiziell “Sportlicher Leiter” schimpft, denn die Stelle von Beiersdorfer wird er nicht 1 zu 1 übernehmen und auch nicht im Vorstand sitzen. Die Personalie Siegenthaler halte ich für eine grandiose Lösung, auf die ich auch nicht gekommen wäre. Aber Siegenthaler soll ein ausgewiesener Fußball-Fachmann sein, mit weltweiten Kontakten und einer gewissen Idee Fußball zu spielen. Solch eine Vision hat Beiersdorfer ja auch jahrelang erfolgreich vor Augen gehabt. Die neue Stellenbeschreibung für den Schweizer sieht dabei aber noch deutlich übergeordneter aus, der HSV will unabhängig von Personen, Trainern und Spielern ein Spielsystem und eine Spielkultur im gesamten Fußballbereich verinnerlichen. Als großer Vorbild dürfte hier u.A. Ajax Amsterdam genannt werden, wo diese Ansätze schon in den 90iger Jahren phänomenal umgesetzt wurden. Der Ansatz ist also auf jeden Fall richtig und ich wünsche Urs Siegenthaler viel Erfolg bei dieser großen Herausforderung.

Vereinspolitisch möchte und kann ich diese Situation kaum bewerten. Fakt ist, dass Bernd Hoffmann und Katja Kraus in ihrer Position gestärkt sein dürften. Ob das jetzt gut ist oder nicht möchte ich nicht bewerten, dazu fehlen mir die genauen Einblicke. Wobei Frau Kraus ja insbesondere in Fankreisen oftmals belächelt wird und als Hoffmanns Gehilfin abgestempelt wird; HSV-Insider, die näher dran sind am Geschehen attestieren ihr nämlich große Kompetenz und Fußballsachverstand. Ob diese neue Konstellation beim HSV funktioniert und nach den teilweise turbulenten letzten Monaten (Abgang Jol, Demission Beiersdorfer, lächerliche Nachfolgersuche) endlich Ruhe einkehrt beim HSV bleibt abzuwarten - und zu hoffen.

Zurück zum sportlichen: Tipp für Donnerstag ist 1:0.

Die Ruud van Nistelrooy-Show

16. Februar 2010 | Tanner

Ich hatte es ja schon im Vorfeld des Spiels geschrieben: Will der HSV den Anschluss zu Platz 3 halten, so muss er in Stuttgart gewinnen. Und der HSV hat gewonnen - mit einem Spiel, an das man sich noch lange erinnern wird.

Es war die 65. Spielminute in Stuttgart: Der HSV hatte wieder Mal ein Spiel aus der Hand gegeben, der VfB hatte verdient zum 1:1 ausgeglichen. Und der HSV schwamm gewaltig, der absolute Knock-Out drohte. Zu diesem Zeitpunkt drückten die Stuttgarter mächtig auf die Führung. Bruno Labbadia entscheidet sich dazu, endlich einmal früh zu wechseln und bringt Ruud van Nistelrooy. Sollte dadurch etwa ein Ruck durch die Mannschaft gehen? Als Zuschauer vor dem TV sorgte die Premiere von Ruud (gegen Köln hat er ja nicht wirklich mitgespielt) auf alle Fälle für diesen Ruck und man fängt an zu träumen: “Stellt Euch doch mal vor, Ruud macht jetzt direkt eine Bude,” wird der eine oder andere für sich gedacht haben. Träumen ist doch erlaubt.

Nur 12 Minuten später werden dann die kühnsten Träume wahr. Denn “van the Man” hat nicht nur eine Bude gemacht, sondern war innerhalb von 90 Sekunden doppelt erfolgreich für den HSV und entscheidet somit das Spiel! Ist das geil, der absolute Wahnsinn! Was sich am Samstag in Stuttgart abgespielt hat um Ruud van Nistelrooy ist einfach unglaublich und eine Ansage an die Bundesliga. Toll auch zu sehen, wie die gesamte Mannschaft inklusive Betreuerstab nach dem 3:1 mit van Nistelrooy feiert: von Staralüren keine Spur, der Niederländer ist fester Teil des Teams.

Was aber in der ganzen Ruud-Manie beinahe untergeht ist die klasse Leistung von Marcus Berg. Der Schwede hat meiner Meinung nach sein bestes Spiel für den HSV gemacht, ein tolles Tor erzielt und auch noch das 3:1 vorbereitet; der Aufwärtstrend in 2010 war in Stuttgart besonders sichtbar, denn der Schwede war immer gefährlich und deutlich auffälliger als der dieses Mal eher unauffälligere Mladen Petric. Ebenfalls positiv: Berg agiert nicht mehr ausnahmslos als Strafraumstürmer, sondern arbeitet auch erstmals gut mit nach hinten.

Was aber genauso untergeht, sind die Schwächen im HSV-Spiel. Wieder einmal hat man das Spiel nach dem 0:1 aus den Händen gegeben; ein absolutes Topteam bringt solch eine Führung über die Runden. Aber plötzlich hat die Abwehr - die dummerweise auch umgestellt werden musste nach Aogos Verletzung - ihre Sicherheit verloren und gerät ins Schwimmer. Besonders die Leistung von Demel auf der rechten Seite war sehr schwach, er hatte mehrfach große Probleme und alle gefährlichen Angriffer der Schwaben liefen über seine Seite.

Wie ist das 3:1 in Stuttgart aber nun zu bewerten? Der Abstand nach oben ist gleich geblieben, gegenüber dem BVB konnte der HSV seinen Vorsprung aufbauen, was gut so ist. Aber vielleicht hat der Auswärtssieg im Schwabenland noch eine viel höhere Bedeutung für den Saisonverlauf, vielleicht ist es nochmal ein Fingerzeig an die Mannschaften vor dem HSV. Und auch ein Fingerzeig innerhalb des Teams, dass noch einiges möglich ist. Denn in den letzten Wochen hatte man teilweise das Gefühl, das Team sei müde und es fehle ein wenig die Motivation. Vielleicht ist den Verantwortlichen mit der Verpflichtung von Ruud van Nistelrooy der richtige Wachmacher gelungen: Ein Superstar, der keine Allüren zeigt und sich ins Team integriert, der im hohen Alter mit dem HSV noch etwas erreichen will und - am Wichtigsten - er trifft in Welttorjägermanier. Das war so imponierend, dass Jupp Heynckes den HSV alleine aufgrund des Torjägers zum Meisterschaftskandidaten kürt.

Van Nistelrooy zieht nun also sämtliche Aufmerksamkeit auf sich und ich traue ihm zu, dass er mit diesem Druck umgehen kann. Vielleicht können die anderen jungen Spieler (Berg!) in seinem Rücken nochmal einen Schritt nach Vorne machen!

Was das Ganze Wert ist und ob das Spiel in Stuttgart tatsächlich das erhoffte Signal war, sehen wir dann schon am Donnerstag im so wichtigen Spiel gegen Eindhoven.

Kurze Statusmeldung

12. Februar 2010 | Tanner

Irgendwie schaffe ich es in den letzten Tagen nicht, diesen Blog zu pflegen. Sorry dafür. Aber auch jetzt muss ich mich wieder kurz fassen:

Kurzer Rückblick: Wolfsburg und Köln waren enttäuschen. Punkt. Da mussten einfach 6 Punkte statt deren 2 geholt werden. Aber irgendwie ist in diesem Kalenderjahr noch der Wurm drin: Auf der einen Seite doofe Fehler in der Abwehr, auf der anderen Seite eklatante Abschluss-Schwäche. Sowohl gegen Wolfsburg mussten mehr Tore gemacht werden, als auch in Köln, wo leichtfertig die Chance aufs 4:1 vergeben wurde.

Kurzer Ausblick: In Stuttgart ist für mich das richtungsweisende Spiel, ob wir nochmal im Kampf um die CL-Plätze eingreifen möchten. Von dieser Wichtigkeit des Spiels bin ich überzeugt, denn im Negativfall wird der Abstand nach oben einfach zu groß. Im letzten Jahr haben wir in Stuttgart mit dem Last-Minute-Tor von Gomez die Saison verspielt und auch dieses Mal droht gleiches Schicksal, denn die Schwaben sind derzeit sehr stark. Einen Tipp vermag ich auf Grund dieser Brisanz auch einfach nicht abzugeben. Aus objektiven Gesichtspunkten wäre er wohl einfach zu erschütternd.

Ich hoffe, ich finde am Wochenende die Zeit, hier mal wieder ausführlicher zu schreiben. Dann werde ich mich auch mal zum Thema Urs Siegenthaler äußern und hoffentlich von drei Punkten in Stuttgart berichten.

Auf ein schönes Sport-Wochenende!

P.S: Lese gerade, dass Boateng und Elia ausfallen. Na das sind schonmal schlechte Aussichten :-(

Zum Siegen verdammt

29. Januar 2010 | Tanner

Diese Woche war wirklich tubulent: Auf der einen Seite die Abgänge von Alex Silva und Mickael Tavares, dazu die Diskussionen über die Flugangst von Paolo Guerrero; und über allem thronte natürlich die spektakuläre Neuverpflichtung von Ruud van Nistelrooy. Die Presse - auch über Hamburg hinaus - hat in den letzten Tagen viel über den HSV geschrieben. Nur wenig über das Bundesliga-Geschehen. Die bittere Pleite von Dortmund wurde ebenso wie das anstehene Spiel gegen den VfL Wolfsburg thematisiert.

Zu Dortmund ist von meiner Seite ebenfalls alles gesagt, zum Spiel gegen den VfL gibt es nicht viel mehr zu sagen, außer: Ein Sieg ist Pflicht! Denn gerade nach der Niederlage gegen den BVB muss der HSV heute dreifach punkten, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren. Denn seien wir doch mal ehrlich: Die Verpflichtung von van Nistelrooy ist in meinen Augen ein klares Zeichen - mit weniger als Platz drei will sich der HSV in dieser Saison nicht zufrieden geben. Und das ist meiner Meinung nach auch absolut drin.

Blöd nur, dass die angeschlagenen Wölfe ebenfalls zum Siegen verdammt sind. Zudem dürften einige Spieler unter dem neuen (Interims-) Trainer Köstner besonders motiviert sein. Die Vergangenheit hat ja schon oft gezeigt, was Trainerwechsel - zumindest kurzfristig - bewirken können. Daher wird es heute ein ganz schweres Spiel: Auf einen offenen Schlagabtausch wie im Hinspiel können wir uns derweil wohl nicht freuen. Der HSV ist verpflichtet, das Spiel zu machen und die Wölfe werden auf Konterchancen lauern. Eine schwierige Situation, in der wahrscheinlich auch jede Menge Geduld gefragt ist. Und vielleicht auch die richtige Aufstellung, bei der sich Bruno Labbadia ja noch nicht so recht in die Karten lassen schauen lässt. Ich würde auf alle Fälle mit Elia auf rechts beginnen, sodass wir zwei flinke Aussenbahnen (auf links Jansen) haben. Und im Sturm würde ich Marcus Berg eine Chance geben, er gefiel mir in Dormund. Sprich: Trochowski und Torun zunächst auf der Bank. Neu dabei ist auf alle Fälle ein neuer Rasen in der Arena. Und das ist auch gut so.

Mein Tipp für heute Abend: ein 3:1. Warum? Weil der HSV nach Niederlagen immer aufgestanden ist. Ein schönes Spiel allen und zieht Euch warm an.