Hier kommt Hamburg!

Als Lotto King Karl nach dem Abpfiff von einer der lautesten Nordtribünen seit Langem sprach, hatte er nicht unrecht. Das mag natürlich zum einem am neuen Gesang “Hey, hey, hey, hier kommt Hamburg” liegen. Dieser ist mittlerweile sogar schon weit über die Nordtribüne hinaus präsent und hat schon jetzt Kult-Faktor im Volkspark. Ich kann mich nicht daran erinnern, diesen Schlachtruf bereits in einem anderen Stadion gehört zu haben, man darf gespannt sein wann es erste unkreative Nachahmer gibt. Zum anderen aber lag es auch daran, dass die HSV-Fangemeinde deutlich sicht- und hörbar heiß auf diesen Bundesliga-Auftakt war.

Schon weit vor dem Spiel merkt man, dass die Anspanung und Vorfreude in der Stadt dawar; die Fans pilgerten in Scharen in Richtung Volkspark, in der S-Bahn ist sofort wieder diese einzigartige Mischung von Schweiß und Bier, wie Sie nur vor Bundesligaspielen zu erleben ist, allgegenwärtig.  Später dann im Volkspark ist das Publikum von der ersten Minute an gewillt, die Mannschaft zu unterstützen, die letzte Saison vergessen zu machen und bereit zu sein für den Neuanfang.

Und die Stimung schlägt schnell auf den Platz über, die Mannschaft geht insbesondere in der Anfangsviertelstunde sehr zielstrebig zu Werke, mit einem scheinbar neu entdeckten Zug zum Tor. Nach Vorne sieht das teilweise schon sehr ordentlich aus. Scheinbar hat auch der eine oder andere Profi eine neue Lust am Fußball wieder entdeckt. Wie sonst soll man erklären, wieso ein Guy Demel auf einmal wieder die rechte Seite auf- und abrennt oder auch ein Zé Roberto das Spiel nach vorne wieder ankurbelt?

Aber Schalke ist in der ersten Halbzeit ein absolut ebenwürdiger Gegner. Vor allem nach Kontern (meist über den sehr präsenten Farfan) ist S04 mehrmals gefährlich; oft auch begünstigt durch Flüchtigkeitsfehler in der HSV-Defensive. Hier muss noch an der Abstimmung gearbeitet werden. Wie in diesem Spiel die erste Hälfte torlos bleiben kann, fragen sich nicht wenige Zuschauer.

Dafür geht es in der zweiten Hälfte super schnell los mit der überfälligen HSV-Führung und der HSV spielte sich in einen wahren Rausch, fesselt S04 in der eigenen Hälfte. Das war wirklich toll anzusehen, doch es muss längt 2:0 oder gar 3:0 stehen. Steht es aber nicht und so kommt es wie es kommen musst und die Ruhrpottler kommen zum mittlerweile schmeichelhaften Ausgleich. Alles also wie immer? Mitnichten! Am heutigen Abend stimmt es aber einfach beim HSV und es ist erneut van Nistelrooy, der den Siegtreffer erzielt! Wahnsinn! Was in diesem Moment im Stadion los ist, ist einfach unbeschreiblich! Hier kommt Hamburg und der HSV ist angekommen in der Saison 2010/2011.

Alles also gut? Noch nicht, denn die angedeuteten Stockfehler in der Abwehr waren noch sichtbar und auch die Chancenauswertung nicht gänzlich überzeugend, aus der drückenden Überlegenheit hat der HSV in der zweiten Hälfte zu wenig gemacht und hätte sich am Ende fast mit nur einem Punkt zufrieden geben müssen.  Musste er aber nicht, denn der Siegeswille der Mannschaft war gestern stärker und der Saisonstart damit absolut gelungen. Die Vorzeichen für diese Saison stehen also gut und die Vorfreude auf die nächsten Wochen und Monate ist nochmals deutlich gestiegen.

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